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Vernetzung
03-07-09, 01:24 PM
Beitrag: #1
Vernetzung
Die vertragliche Einbindung in die Bauverträge ist ein fundamentaler Schritt für die lückenlose Verflechtung der SiGe-Koordination in den Projektablauf. Durch die Erwähnung als Planungsbestandteil wird die objektspezifische Integration, Kommunikation und nicht zuletzt die Umsetzung der sicherheitsrelevanten Vorgaben gewährleistet.
Als fester Bestandteil in den Vertragswerken müssen sich die Vertragspartner mit dieser Thematik auseinander setzen und die beauftragten Leistungen erfüllen.

Ist die umfängliche vertragliche Manifestation eine Lösung, die SiGe-Koordination besser in den Projektphasen zu integrieren?
Wie sind ihre Erfahrungen?
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16-07-09, 11:49 AM
Beitrag: #2
RE: Vernetzung
An welche Vertragspartner denken Sie hier? Ist es nicht selbstvertändlich, dass alle an einem Projekt beteiligten optimal zu seinem Gelingen beitragen?
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03-08-09, 10:03 AM
Beitrag: #3
RE: Vernetzung
Insbesondere denken wir hier an die Integration der Thematik in den Bauverträgen. Sollte der Koordinator nicht auch Einblick in die Bauverträge bzw. die LVs haben, um die relevanten Themen des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes schon in dieser Phase umfänglich und vor allem lückenlos im gesamten Bauprozess einzubinden? Der Koordinator wäre doch geeignet dafür, alle SiGe-Aspekte so zu "überwachen", dass keine Lücken entstehen und die entsprechenden Baubeteiligten ihre genauen Pflichten hinsichtlich SiGe-Schutz kennen und auch umsetzen. Genau dann wäre auch wieder die Rückkopplung geschaffen, dass mit guter Koordination auch ein Verständnis für die Arbeit erlangt werden kann. Sicherlich wird dieses nicht sofort möglich sein, aber durch nachweisliche, reibungsfreie und lückenlose Abwickung mit dem Ergebnis von recht sicheren Baustellen, wäre es möglich in Zukunft mehr Akzeoptanz und damit Einbindung in frühen Phasen (u.a. die Vertragsphasen) zu erlangen. Was meinen Sie?
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04-08-09, 05:54 PM
Beitrag: #4
RE: Vernetzung
Dazu ein Auszug aus der RAB 30:
3.1 Aufgaben des Koordinators während der Planung der Ausführung
...
- Hinwirken auf das Berücksichtigen von Leistungen zu Sicherheit und Gesundheitsschutz in Ausschreibungen,
Vergabe- und Bauvertragsunterlagen; gegebenenfalls Mitwirken bei der Prüfung der
Angebote und der Vergabe.

Ist damit nicht schon in der RAB geregelt, dass der Koordinator genau das geforderte zu tun hat. Vielleicht machen das viele nicht, weil sie nur als Sicherheits-Sheriff unterwegs sind, aber ich denke, dass es sich hierbei um eine elementar wichtige Aufgabe handelt. Vielleicht haben viele gar nicht die Möglichkeit es zu tun, weil sie viel zu spät eingeschaltet werden. Wenn aber ALLE die rechtzeitig beauftragt werden ihren Job ordentlich machen würde, dann spräche sich dann schon schön langsam herum.
Das Wort "überwachen" gefällt mir gar nicht. Die RAB schreibt "hinwirken", was ich lieber mit "beraten" übersetzen würde. Ich möchte da ganz ungern in die Richtung Werkvertrag gehen (überwachen klingt so nach Objektüberwachung), weil wir das Werk "unfallfreie und sichere Baustelle" ganz einfach nicht liefern können.
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07-08-09, 03:15 PM
Beitrag: #5
RE: Vernetzung
Meine Erfahrung ist, dass die meisten SiGe-Koordinatoren lediglich "Dienst nach Vorschrift" machen. Insbesondere die Einbindung und die Ansprache der einzelnen Beteiligten wird nicht umfänglich verfolgt. Auch in der Planungsphase ist es schwierig motivierte Koordinatoren für den Planungsprozess und damit die Vorbereitung der Ausschreibung zu finden. Ich als Architekt bin damit meist auf die eigene Erfahrung angewiesen.
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12-08-09, 03:46 PM
Beitrag: #6
RE: Vernetzung
(07-08-09 03:15 PM)Klaus Mengenhorst schrieb:  Meine Erfahrung ist, dass die meisten SiGe-Koordinatoren lediglich "Dienst nach Vorschrift" machen...
Diese Erfahrungswerte sprechen natürlich nicht gerade für die Berufssparte des Koordinators, doch stellt sich mir die Frage "Worauf basiert dieses Motivationsdefizit?", denn als solches interpretiere ich den "[nur] Dienst nach Vorschrift".
Ich bin der Meinung, dass zu den entscheidenden Punkten auf der einen Seite die selbst-erfahrene Geringschätzung der Koordinatorentätigkeit durch die anderen Projektbeteiligten und andererseits die teilweise geringe Honorierung der erbrachten Leistung zählen.
Okay, d. h. Wenn diese beiden Fakten - insofern meine Annahme richtig ist - gelöst werden, hat sich das Motivationsproblem gelöst? - wahrscheinlich eher nicht oder nur teilweise.
Vielleicht sollten sich die Entscheidungsträger des Projekts die Frage stellen, wie die Zusammenarbeit untereinander optimiert werden kann, damit nicht nur alle Beteiligten das Gefühl bekommen integriert zu sein sondern es wirklich sind. Ich denke, aus der Sicht der Koordinatoren nach BaustellV, dass die frühe Einbeziehung und das konkrete Abfragen der Leistung "Koordination bzw. Beratung bei Sicherheits- und Gesundheitschutzbelangen" bereits während der Planungsphase die Möglichkeit eröffnet auch eine befruchtenden Beitrag zum Gelingen des Projekt beizutragen. Wenn die Leistung wirklich gewünscht wird und der zu erbringende Aufwand auch dementsprechend honoriert wird, sollte eigentlich jeder motiviert sein, sich optimal und effizient in das Projekt einzubringen. Oder sehe ich das zu blauäugig?
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14-08-09, 10:06 AM
Beitrag: #7
RE: Vernetzung
Natürlich stimme ich Ihnen zu, dass es hierfür Gründe gibt. Natürlich kann es sein, dass die Gründe für schlechte Motivation in der zu geringen Honorierung zu suchen sind. Aber an dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es im Planungsprozess heute oft schwierig ist, abzuschätzen, ob die ursprünglich zugesagten finanziellen Unterstützungen und damit das Gesamtbudget bis zum Schluss zur Verfügung stehen und damit finanzielle Ressourcen für diese Art der Beratung bereithalten. Ich selbst bin hier natürlich auch oft in dem Zwiespalt, den Bauherren die frühzeitige Integration eines SiGe-Koordinator zu empfehlen, andererseits auch die Rolle einzunehmen, die Kosten möglichst gering zu halten (vorr. ich bin mit dem Kostencontrolling beauftragt). Sicherlich ist die Haltung zur ständigen Kostenminimierung an der Stelle des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes fehl am Platz, doch habe ich als Architekt dieses nicht zu entscheiden.

Dennoch, natürlich wäre mir auch der guten Qualität wegen, sehr viel daran gelegen, möglichst frühzeitig im Projekt einen integrierten und vernetzen Koordinator im Projektteam zu wissen, damit dieser sowohl auf den Planungsprozess, aber auch auf den Ausschreibungs- und Vertragsprozess Einfluss nehmen kann. Es ist sicherlich auch unbestritten, dass es notwendig ist, angelehnt an die übliche Baustellenverordnung und die RABs dieses Leistungsspektrum so "freihändig" und kreativ zu erweitern, dass die Leistung dem Bauherrn "schmackhaft" gemacht wird und er neben dem Kostenminimierungsgedanken auch das Gefühl vermittelt bekommt, dass damit eine Imagesteigerung erfolgen kann.

Ich möchte hier nicht für den Koordinator allein sprechen, aber hier wirft sich die Frage auf, inwieweit Sie in Ihrem Projekt genau diesen Ansatz einfliesen lassen?? Soll Ihr Leitbild eine erneute Darstellung der Baustellenverordnung werden oder soll damit dem Koordinator ein Impuls gegeben werden, initiativ auch das Leistungsspektrum zu erweitern. Wie gehen Sie hier damit um, dass damit Forderungen nach höherer Honorierung bei den Koordinatoren aufkommen? Wie versuchen Sie dieses dann zu begründen, so dass andere Beteiligte (z. B. Architekt) nicht das Gefühl haben, dass damit finanzielle Ressourcen an andere Stelle eingespart werden?
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14-08-09, 01:00 PM
Beitrag: #8
RE: Vernetzung
Wie schön, dass sich Architekten einen "möglichst frühzeitig im Projekt einen integrierten und vernetzen Koordinator im Projektteam" wünschen, aber sich nicht trauen das dem Bauherrn mitzuteilen. Wie gehen Sie da bzgl. Tragwerksplanung und HLS-Planung um? Planen Sie da auch mal drauf los und versuchen die Fachplaner so spät wie möglich mit ins Boot zu holen, oder machen Sie die Planung am besten gleich selbst?
Ich denke, dass der planende Architekt ein ganz vitales Interesse daran haben muss sich so früh wie möglich von einem Koordinator nach BaustellV beraten zu lassen. Das Wort "Planungsfehler" ist zwar sehr böse, aber könnte man nicht von einer fehlerhaften Planung sprechen, wenn die Belange von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nicht frühzeitig (wie in der BaustellV gefordert) integriert werden? Wann werden Bauherrn anfangen ihre Planer für zusätzliche Kosten aufgrund fehlender oder fehlerhafter Planung der sicherheitstechnischen Einrichtungen für spätere Arbeiten an der baulichen Anlage in Regress zu nehmen? Denn verantwortlich für alle Planung in dieser Hinsicht ist und bleibt meines Erachtens der planende Architekt. Der Koordinator nach BaustellV ist Berater des Bauherrn (und der an der Planung und Ausführung Beteiligten) in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Wieso sollte also ein Architekt Interesse daran haben jemanden der Ihn berät und damit vor Fehlern bewahrt nicht so schnell wie möglich ins Projektteam zu holen?
Natürlich ist die Höhe des Honorars eine Frage. Aber glauben Sie wirklich, dass es billiger wird, nur weil der Koordinator später eingeschaltet wird? Er muss den SiGePlan und die Unterlage ja trotzdem erstellen, hat aber keine Möglichkeit mehr dabei gewonnene Erkenntnisse in die Planung einfliessen zu lassen. Ist das gut fürs Projekt? und günstiger?
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